Passfedern und Vielkeilprofile sind bewährte formschlüssige Welle-Nabe-Verbindungen. In vielen modernen Maschinen ergeben sich jedoch Vorteile, wenn das Drehmoment nicht über eine Nut, sondern kraftschlüssig über einen Spannsatz übertragen wird.
Vor allem bei wechselnder Belastung, bei einfachen Montageprozessen und dann, wenn Welle und Nabe nicht durch Nuten geschwächt werden sollen, ist der Spannsatz häufig die konstruktiv bessere Lösung.
Bei Passfedern erfolgt die Drehmomentübertragung über Flächenpressung an den Flanken. Dabei entstehen lokale Spannungsspitzen, und Welle wie Nabe werden durch die Nut geschwächt. Ein Spannsatz überträgt das Drehmoment dagegen über Reibschluss auf einer größeren Kontaktfläche zwischen Welle und Nabe.
Dadurch lassen sich Spiel, Fretting und Ausschlagen bei Lastwechseln oft besser beherrschen. Gleichzeitig bleibt der Grundquerschnitt von Welle und Nabe erhalten.
Ein Umstieg von Passfeder auf Spannsatz ist besonders dann sinnvoll, wenn Positionierbarkeit, Servicefreundlichkeit oder Rundlaufeigenschaften wichtig sind. Ebenfalls interessant ist die Umstellung bei Serienprodukten, bei denen der Fertigungsaufwand an Welle und Nabe reduziert werden soll.
Bei selbstzentrierenden Spannsatz-Bauarten lässt sich zudem eine gute Konzentrizität erzielen. Wenn dagegen größere Passungsabweichungen kompensiert werden müssen, kommen häufig nicht selbstzentrierende Bauarten infrage.
Wenn Sie eine bestehende Passfederverbindung durch einen Spannsatz ersetzen möchten, sind vor allem Wellendurchmesser, verfügbarer Außendurchmesser der Nabe und die zulässige Nabenpressung entscheidend.
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